Montag, 9. April 2018

Die Präsentation

Gruppenarbeit in Biologie.
Immer zwei Kinder arbeiten zusammen.
Es geht um Ernährung.
DER JUNGE ist mit einem Mädchen, das er sehr mag, ein Team.
Das Mädchen lernt auf einem anderen Niveau als er.
Denn anders als er wird es später einen mittleren Schulabschluss machen.
Der Junge ist laut sonderpädagogischem Gutachten „geistig behindert“.
Sie teilen sich die Arbeit auf und bereiten eine Präsentation vor.
Die sollen sie in der nächsten Woche der Klasse vorstellen.
Doch in der nächsten Woche ist der Junge krank. Richtig krank.
„Oh, nein“, sagt er, „dann kann ich ja gar nicht zu Bio!“
Schnell schickt er dem Mädchen eine Whatsapp-Sprachnachricht.
„Oh, nein“, schreibt es zurück, „dann muss ich ja die Präsentation ganz alleine machen!
Aber ich schaff das schon! Ich werde versuchen, eine gute Note für uns rauszuholen!“
Die Geschichte vorgelesen ...

3 Kommentare:

  1. Bei meinem Sohn in der Klasse geht es ähnlich, wie in der Geschichte oben zu. Die Klassenkollegen sind ihm gegenüber immer hilfsbereit, nehmen Rücksicht auf ihn.Er hat die Diagnose Autismus und geistige Behinderung. Wenn Kinder im Kindesalter von Pädagogen und Eltern zu Akzeptanz und Toleranz erzogen werden, dann ist es für sie die normalste Sache der Welt hilfsbereit zu sein.Ähnlich geht es auch zwischen Kindern ohne Handicap. Wenn ein Kind krank ist, dann kümmern sich die Klassenkollegen, dass das kranke Kind an den Tagen wo es die Schule aus Krankheitsgründen nicht besuchen kann, mit Arbeitsblätter versorgt wird.

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  2. Die Geschichte oben erinnert mich an eine Situation,die mir der Schulbegleiter meines Sohnes vor zwei Jahren erzählte. Mein Sohn hält sich an manchen Tagen in der Pause im Klassenraum auf. Da er auch eine geistige Behinderung hat, hat er Weglauftendenzen. Deswegen wird er auf Schritt und Tritt von dem Schulbegleiter betreut.Er sieht den Schulbegleiter als seine rechte Hand.An eins der Tagen sortierte der Schulbegleiter im Schrank der Klasse Arbeitsblätter. Als die Schüler nach der Pause die Klasse betraten, konnten sie den Schulbegleiter nicht sehen.Die geöffnete Tür des Schrankes versperrte die Sicht.Die Kinder haben sich in Nullkommanichts organisiert. Sie haben es als selbstverständlich gesehen auf meinen Sohn aufzupassen.Sie haben mit lieben Worte versucht ihn zu beruhigen. Der Schulbegleiter fand das von den Klassenkollegen meines Sohnes ganz rührend und berichtete mir davon.

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